zurück


Grolle, R. & Meister, K. (2004): The Liverworts in Baltic and Bitterfeld Amber. - 91 S., incl. 23 col. plates. Softcover (170 x 240 mm). Weissdorn-Verlag Jena (ISBN 3-936055-04-1). Preis 19,50

26 Arten fossiler Lebermoose, die aus Baltischem und Bitterfelder Bernstein bekannt sind, werden beschrieben, abgebildet und aufgeschlüsselt. Ihre Typusexemplare, weitere Belege und bereits vorliegende Illustrationen werden zitiert. Alle 26 Arten gehören zu auch rezent vorhandenen Gattungen der foliosen Lebermoose (Jungermanniales). Sechs der 17 Gattungen sind nunmehr in Europa ausgestorben (Cylindrocolea, Mastigolejeunea, Metacalypogeia, Nipponolejeunea, Notoscyphus, Spruceanthus) und Cheilolejeunea kommt nur noch auf den Azoren vor. Einige der beschriebenen Arten besitzen keine näheren Verwandten unter den heute existierenden Sippen (z.B. Bazzania polyodus, Frullania hamatosetacea and Mastigolejeunea contorta). Die rezente Nipponolejeunea subalpina, deren heutige Vorkommen auf subalpin-alpine Rindengesellschaften in Zentraljapan und auf den südlichen Kurilen beschränkt sind, hat bereits im Eozän als Phorophyt auf der Rinde der Harz produzierenden Konifere in den Wäldern existiert, aus denen der Baltische und Bitterfelder Bernstein entstammt. Auf Grund der gut bekannten ökologischen Bedürfnisse der rezenten Nipponolejeunea subalpina lässt sich schließen, dass die Harz produzierende Konifere des Eozäns, welche den Baltischen und den Bitterfelder Bernstein hervorbrachte, ein Baum der Nadelwälder höherer Gebirgslagen gewesen sein muss.